tagesschau.de berichtet am 06. Juni 2019 mit dem Titel: Fragwürdige Beraterverträge bei der Bahn?

u/Fischiot

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"Der Deutschen Bahn droht möglicherweise ein Skandal um Beraterverträge: Man untersuche Auffälligkeiten, bestätigte das Unternehmen. Davon seien auch ehemalige Konzernvorstände betroffen.

Bei der Deutschen Bahn braut sich möglicherweise ein Skandal um Beraterverträge zusammen. Wie das Unternehmen bestätigte, untersucht es derzeit Auffälligkeiten in diesem Zusammenhang. Dabei gehe es um den Zeitraum von 2010 bis 2018. Auch ehemalige Konzernvorstände seien betroffen.

In der kommenden Woche soll nun der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Das Gremium kündigte eine vollständige Aufklärung "ohne Ansehen der Personen" an. Zugleich betonte der Konzern, dass es für Schlussfolgerungen jeder Art zu diesem Zeitpunkt noch zu früh sei.

Verträge ohne Genehmigung des Aufsichtsrats?

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, es würden mehr als 20 in dem genannten Zeitraum geschlossene Verträge mit Managern - einschließlich Ex-Bahnchef Rüdiger Grube - geprüft. Die Agentur berief sich dabei auf mehrere mit dem Fall vertraute Personen.

Demnach seien Konzernkreisen zufolge viele Verträge offenbar ohne Genehmigung des Aufsichtsrats geschlossen worden, obwohl dies in der Regel der Fall sein müsse. Es gehe zudem um die Frage, ob für die insgesamt millionenschweren Verträge überhaupt eine Gegenleistung erbracht worden sei. Auch der Bundesrechnungshof sei inzwischen eingeschaltet.

Externe Kanzlei eingeschaltet

Die Informationen zu den Auffälligkeiten stammten laut der Bahn aus internen Untersuchungen. Diese seien aber noch nicht vollständig. Dennoch sei "nach ersten belastbaren Hinweisen" eine unabhängige externe Rechtsanwaltskanzlei beauftragt worden, die Untersuchungsergebnisse rechtlich zu bewerten.

Ein Entwurf des Kanzlei-Berichtes liegt demnach seit wenigen Tagen vor und wird derzeit einer abschließenden Prüfung unterzogen. Er wird auch von Spezialisten für Compliance, also der Regeltreue von Unternehmen, untersucht.

Der Fall kommt für die Deutsche Bahn zur Unzeit. Das Unternehmen ist finanziell angeschlagen und steht wegen mangelnder Pünktlichkeit im Fernverkehr und fehlender Zuverlässigkeit im Güterverkehr unter Druck. Ende Juni wollte sich der Konzernaufsichtsrat deswegen in einer Strategiesitzung eigentlich mit der Zukunft des Unternehmens und dessen milliardenschwerer Finanzlücke befassen."

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahn-beratervertraege-101.html

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